Geschichten

Abenteuerpunkte-Pott für Kurzgeschichten: 150 AP (ich empfehle eine Spende des / der Autoren zumindest eines Teils an alle Chars. Autoren: Jonas "Schuld", ? )

Jin Muntao

Schuld


Er vernahm von irgendwoher ein Stöhnen. Ein bitterer, trockener Geschmack im Mund. Der Laut musste von ihm selbst gekommen sein.
Die Umgebung verschwommen, bemerkte er während des Aufstehens in dem prächtigen Gemach ein bluttriefendes Katana in seiner Hand. Erschrocken ließ er es fallen, auf den Bastmatten nur ein dumpfes Geräusch. Mit vernebelten Sinnen torkelte er zu einer Säule, ihr Holz von den tiefen Einschnitten eines Kampfes zernarbt. Er musste in den Kaiserpalästen sein. Kommode umgerissen und Parfüm-Fläschchen überall verstreut, Seidenvorhänge zerfetzt, Schlaflager zerwühlt – über der Bettstelle fehlte das Wakizashi. Der ehrenwerte Bonze Xin Ping lag damit direkt vor ihm am Boden – niedergemetzelt, offenbar in Folge eines längeren Kampfes. Während er sich, instinktiv um Würde bemüht, an die Säule stützte, kehrte langsam seine Erinnerung zurück: Er war niemand anderes als der Palastermittler zweiten Grades Jin Muntao, und er hatte Xin Ping umgebracht. Warum war noch keine Wache aufgetaucht? Muntao schaute ungläubig zur Schiebetür, wo ein golden gerüsteter Wächter wie schlafend an der eingerissenen Wand zu Boden gesunken war...

Hasserfüllt starrte er zu den beiden selbstgefälligen Bonzen Mao Kun und Mao Tsun hinüber, die ihm im Gerichtssaal als Verbrecher anklagten. Dennoch schaffte er es, seinem Stand und seiner Ausbildung gemäß, eine neutrale Miene zu bewahren. Dieser dürre Zwerg Mao Tsun war sein Untergebener gewesen. Er wandte sich gegen die Gesetze der Himmel selbst, seinen Vorgesetzten derart zu verraten! Enthielt Tsuns Gesicht nicht gut verborgene, giftigste Bosheit? Und bei seinem massigen Vetter Mao Kun, waren da nicht ebenfalls kleine Zeichen eines intriganten Spiels, nur besser versteckt!
Doch Muntao, während er sich mit all seinen meisterhaft erlernten Künsten der hohen Rhetorik verteidigte, wurde in seinem Inneren von Zweifeln geplagt. Was, wenn sie doch die Wahrheit sagten? Vielleicht war er wirklich besessen? Viele derer, die ihm einst etwas bedeuteten, hatten die Pforten der Himmel durchschritten - wie Maeko, die Muntao immer noch so deutlich und schmerzhaft vor sich sah, als wäre sie noch hier, bei ihm. War er selbst, Muntao, tatsächlich von bösen Mächten heimgesucht? Wäre es nicht besser, sie würden ihn verurteilen?
Während die Richter ihm mehr und mehr Glauben zu schenken schienen und die beiden Maos in ihren Anklagereden verzweifelter wurden, formte sich in Muntao ein neuer, ungebändigter Wille. Nein, er hatte das Richtige getan. Das einzig Menschenmögliche!
Er würde sich nicht aufgeben. Seiner verstorbenen Geliebten zuliebe.
Er würde seine Fähigkeiten für das Reich einsetzen!
Im Kampf gegen den Amiru-Tennó.
Wenn sie ihn freisprächen, würde er all seine Fähigkeiten zu diesem einzigen Ziel einsetzen.
Emissär zu werden.


Nachrichten

Gerüchte und Nachrichten, empfangen aus den fernsten Provinzen des Reiches unseres göttlichen Herrschers, des Tennó

Einstweilige Entspannung in Enringami - Frühjahr 4. Tomeno
Zwischen den Kaiserlichen - Häuser Shigeru und Daichi - und der Regierung von Enringami - Häuser Naoki und Takeo - gab es seit längerem politische Spannungen, die in jüngster Zeit halbwegs gelöst wurden: Der gesamte Hafen, untere Stadtteil von Enringami und das gesamte Gelände der Zauberschule plus einige Verwaltungsgebäude werden nun de facto von Haus Daichi unter dem Kaiserbanner okkupiert / verwaltet, dafür erkennen die Häuser Shigeru und Daichi die Herrschaft der Häuser Naoki und Takeo über die anderen Stadtteile an und haben dort aufgrund der jungen Abmachung ihre Truppenpräsenz quasi aufgegeben. Alle vier Häuser halten relativ viel Militär in der Stadt, so dass Enringami in seinem Charakter als friedliche Gartenstadt merklich eingebüßt hat.
Viele Magier sind teilweise schon direkt nach dem Zauberverbot zur Zauberschule von Eshi, zu näher gelegenen Dojos oder in selbstgewählte abgelegene Regionen - wo sie ungestört sind - geflohen.

Kaiserliches Dekret - Verbot von tödlichen Duellen aufgehoben - Neujahrsfest, 4. Tomeno
Mit den Dienern des Toten Königs in der Defensive und einem weitgehenden De-facto-Waffenstillstand bezüglich des Krieges der Häuser, wird auf kaiserlichen Erlass hin das Verbot von Duellen bis zum Tod wieder aufgehoben.

Tiefe Hintergründe des Zauberverbots - Sommer, 3. Tomeno
Gerüchten zufolge basiert das Dekret des völligen Zauberverbotes nicht nur auf dem magischen Attentat auf den Tennó und der Begründung, die Feinde des Reiches würden viel öfter Magie nutzen als das Gute. Aus dem kaiserlichen Palast sickerten die Offenbarungen der Sterndeuter, dass ein Unheil über dem Wirken von Magie am Himmel steht, welches in ungewisser Bälde zu nahen droht.

Kaiser entsendet Helden zu den Nördlichen Pforten - Saatmond, 3. Tomeno
Der Kaiser entsendet eine hervorragend ausgestattete Expedition aus verschiedensten, auch nicht-menschlichen Teilnehmern, Magiern mit Dekret, Weisen Mönchen, Gelehrten, Samurai, Riesenblütige und allerhand Kämpfer auf einem Siebenmaster gen Norden, um die sagenumwobenen Pforten zu schützen - wie es um einer Legende genüge zu tun, jedes Kaiserhaus tat. Doch unter Tomeno ist diese Gesandtschaft schlagkräftiger als in den meisten Fällen zuvor.

Kaiser lässt sich Tempel erbauen - Frühjahr, 3. Tomeno
Die Stadt der Tausend Tempel wird bereits von den gigantischen Tempeln großer Kami überragt. Doch der allergrößte Tempel zu Ehren des Tomenó-tennó wurde nun auf Geheiß des Kaiserhauses unter Koordination von General Cheng-Ko, die das Einverständnis der Tempel-Armee hat, in eben jener Stadt zu errichten begonnen. Er soll den Ruhm und die Göttlichkeit des lebenden Kaisers und seiner Familie unter den Himmeln bezeugen. Trotz Dekret zur magischen Unterstützung der Bauarbeiten soll die Errichtung nicht weniger als zehn Jahre dauern. Im Haus Megumi munkeln manche, dass derlei Ausgaben zu einer Zeit, da der Tote König zurückgedrängt wird, möglicherweise anderswo besser aufgehoben wären. Doch sie munkeln dies nur sehr leise, denn die kaiserliche Armee steht auf Hei Seku. Man will Konflikte auf Seiten Megumis in der derzeitigen Lage nicht befördern. Gut informierte Berater am Shomyohof behaupten außerdem, dass jene in der Hauptstadt durch ein Dekret Chó-samas stark gewordenen Mönchsorden, welche die Kaisermutter ironischerweise für moralische Verfehlungen unter Hausarrest gestellt haben sollen, diesen Befehl des göttlichen Kaisers provoziert haben könnten... sei es beispielsweise, um seinen göttlichen Status zu betonen.
General Cheng-Kos Präsenz auf Hei Seku sorgt außerdem für einen weitgehenden Rückzug des noch bestehenden miltiärischen Engangements von Haus Tsuyoshi auf Hei Seku. Die kooperative Strategie der Tempelarmee ändert ihren Schwerpunkt hin zu Truppen des Reiches.

Exorzistenschule zu Enringami geschlossen - 4. Reichstag, Weißmond, 3. Tomeno
Die Obersten Zauberer von Enringami standen in scharfer Kritik durch die Kaiserliche Bonzenschaft, wie der Attentatszirkel gegen den göttlichen Kaiser dort unbemerkt über Jahre gedeihen konnte. Da laut der Ober-Bonzen die Meister der Schule keine zufriedenstellenden Antworten bereitstellen konnten, wird die Zauberschule durch kaiserliches Dekret geschlossen und all ihre eintausend Magier, Diener und Angestellten nach Hause geschickt. Versammlungen von Magiern in Enringami wurden einstweilen untersagt, die Schüler wurden angewiesen zu ihren Familien zurückzukehren. Beobachter werten dies als Hinweis, dass die Schließung wohl eine Weile anhalten soll und wahrscheinlich die Schule sehr gründlich durchsucht und unter die Lupe genommen wird. Möglicherweise konnte man Haus Takeo nicht für das Attentat verantwortlich machen. Nun scheint die Exorzistenschule im Fokus der Kaiserlichen Gegenmaßnahmen gegen die Verschwörung zu stehen.

Attentat auf den Kaiser - Zaubererfest, Zaubermond 2. Tomeno
Mit der Kaiserlichen Armee kommen auch Nachrichten, von denen Igaraki abgeschnitten war. Im Zaubermond soll es ein magisches Attentat im Kaiserpalast in Chuo auf den Tennó gegeben haben, welches die Himmel selbst verhindert hätten. Die Angreifer gehörten zu einem Zirkel von Hexern und Zauberern aus Enringami, die allesamt zu Haus Takeo gehören. Der Zirkel konnte fast gänzlich ausgehoben werden. Haus Takeo ist damit möglicherweise im Begriff, den Zorn des Kaisers auf sich zu ziehen. Die politische Lage ist verworren und angespannt. Es gibt aber keine Beweise für ein mögliches Bündnis Takeos mit Haus Tsuyoshi, und zwischen Haus Megumi und den Häusern Daichi, Naoki und Shigeru laufen zaghafte Friedensverhandlungen; die Entsatzarmee von General Cheng Ko ist dabei Zeichen des guten Willens von Haus Daichi (inoffiziell von Haus Shigeru).

Haus Megumi kehrt auf altes Währungssystem zurück - Später Herbst 2. Tomeno
Nach seinem Bündnispartner Haus Tsuyoshi entschloss sich Haus Megumi, auf Hei Seku das komplette in Nord-Hei-Seku und dem Osten traditionelle Währungssystem auf seinen Ländereien in Hei Seku einzuführen, um sich von der Hauptstadt unabhängig zu machen: Das Mon-Shu-Bu-Ryo-System. Der Gelehrte Naoki Baizenshi des Tempels der Weisheit zu Enringami äußerte sich besorgt: "Seit hundert Jahren haben wir nach dem Willen der Himmel die Währung der Diener der Alten im ganzen Reich wieder durchgesetzt und die ehrenvollen Wege unserer Ahnen beschritten. Der Handel im Inland und Ausland florierte und erlangte unübertroffene Vorteile durch das Wohlwollen der Glücks- und Handelsgötter aufgrund des hundertjährigen Entschlusses. Der neue Weg der abweichenden Häuser ist ausgesprochen unweise, und wird den Ehrbaren aus allen Windrichtungen nur Schlechtes bringen!"
Die Häuser Naoki (dort intern sehr umstritten), Katsumi und Takeo erwägen ähnliche Schritte, um ihre Unabhängigkeit und Eigenständigkeit zu betonen und in dieser Symbolpolitik nicht gegenüber den Häusern Megumi und Tsuyoshi zurückzustehen.

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Veredelte Mon-Münze
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Rechts unten: Kupfer-Mon, Rechts mitte: Silber-Shu, Rechts oben: Silber-Bu, Links unten: Gold-Bu im Wert von 1 Ryo, Links Oben: Koban im Wert von 20 Ryo
4000 Mon = 16 Silber - Shu = 4 Silber - Bu = 4 Adlertaler = 1 Ryo
Gewichte: Mon - 1/4 Unze (Münzwert > Materialwert), Silber-Bu - 1 Unze, Silber-Shu 1/4 Unze, Adlertaler - 2 Unzen, Gold-Bu - 2 Unzen, Koban - 40 Unzen

Versiegelung Kurao-kos und Erdbeben in der Stadt der Tausend Tempel - Heimmond 2. Tomeno
Da der König der Kóbito des Königreiches Kurao-Ko große Gefahr über der Welt und für sein Volk sieht, versiegelt er mit geringer Vorwarnzeit sein Königreich im Gebirge nahe der Tempelstadt, so dass niemand aus- oder eintreten kann. An seine Untertanen geht der Befehl, keine Kóbito-Tür zu öffnen, bis die Versiegelung wieder aufgehoben wird. Der Kontakt zwischen Menschen und dem Kóbito-Reich bricht vollständig ab. Hohe Priester und Bonzen erheben ihre Stimme und prangern das "feige" Zurückziehen der Kóbito an, nachdem die Menschen die Zwerge beim großen Angriff der Vampire und Untoten des Toten Daimyo doch wenige Jahre zuvor gerettet hatten! Und nun lassen die Kóbito ihre menschlichen Freunde im Gegenzug im Stich? Einzelne Kóbito treffen die hastige Entscheidung, außerhalb ihres Reiches bei den Menschen zu lebenn: Sie verlieren daraufhin den Kontakt zu ihrer Heimat und Verwandten völlig. Durch die starken Tarnzauber verschwinden alle Tore und es ist fast, als habe es das Reich Kuraoko nie gegeben.
In der Stadt der Tausend Tempel ist etwa zeitgleich die größere Armee aus Kriegermönchen gegen den Toten König fertig ausgehoben. Als sie zur Hilfe Richtung Nan Kusei marschiert, ereignet sich ein schweres Erdbeben in der Nähe der Tempelstadt. Es gibt teils erhebliche Zerstörungen an Tempelgebäuden. Aber die Kami schützen ihre Diener und es werden angesichts des starken Bebens und der Beschädigungen nur sehr wenige Todesopfer bekannt.

Tsuyoshi-Provinz sagt sich von göttlicher Währung los - Herbst des 2. Tomeno
Bereits in der Vergangenheit gab es Probleme mit Goldmünzenlieferungen zum Erhalt des Wechselkurses in der Tsuyoshi-Provinz aus der Hauptstadt über Göttergarten. Da diese nun knapp ein Jahr ganz ausblieben, wurde der Wechselkurs in der Tsuyoshi-Provinz von Haus Tsuyoshi aufgehoben und das Alraunenstück nahm dort gegenüber dem Adlertaler rapide an Wert zu. Außerdem wurde im Namen Tsuyoshi Hamatos verkündet, dass als weitere Maßnahme die Hornperlen als Währung abgeschafft würden, um den Aufwand der Umsetzung jener komplizierten Dekrete, welche Tiere bzw. welche Art Horn je drei Monde zugelassen sind (um den Wechselkurs bei der himmlischen Zahl 77 zu stabilisieren), nicht aufbringen zu müssen. "Der Winter naht!", hörte man dem Vernehmen nach als Rechtfertigung. Außerdem sei man mit Haus Shigeru, dass die Reichsherrschaft widerrechtlich ausübe, im Krieg. Stattdessen führte Haus Tsuyoshi als niederste Währung den Mon ein, eine Kupfermünze zu 1/1000 Nennwert des Adlertalers. "Kupfer hat unser Königreich genug!"

Zirkel der Kampfmagie in Shima wiedergegründet - Rauschmond 2. Tomeno
Die "Gemeinschaft der vielhäuptigen Magier des unverstandenen Felsens der Alten Götter von Shima" verkündet, dass der vor 25 Jahren erloschene Zirkel der Kampfmagie zu Shima wieder gegründet wurde. Es sollen einige Schriften erworben worden sein, welche damals bekannte und über die letzten Dekaden verschollene Kriegs- und Kampfzauber wieder zugänglich machen. Kritiker aus der Exorzistenschule zu Enringami verkündeten als sie von der Nachricht hörten, dass einige der damaligen Kampf-Hexenmeister zweifellos wirksame Geflechte mittels verbotener Larkador-Komponenten ersonnen hätten und die Kami den Zirkel seinerzeit nicht umsonst in die Vergessenheit geschickt hätten.

Seeungeheuer nehmen zu - Winter 1./2. Tomeno
Aufgrund der im vergangenen Jahr zunehmend gesunkenen Schiffe schränkt das Große Reich des Maharadjas den Seehandel sowohl ins Reich der Blüten als auch die Metropolenreiche ein. Zukünftig dürfen Handelsschiffe weitreichende Fahrten nicht mehr ohne Begleitung schwerer Galeeren unternehmen. Bedeutende Händler äußern düstere Befürchtungen über einen empfindlichen Schlag gegen die Wirtschaft des gesamten Reiches. Herrscher und Wesire der Grenz- und Küstenemirate zeigen sich zunehmend besorgt über diplomatische Probleme, da in der Vergangenheit Spannungen des Maharadjates mit seinen Nachbarreichen vor allem in Zeiten rückgehenden gegenseitigen Austausches von Reisenden eskalierten.

Giganten - Winter 1./2. Tomeno
In den östlichen Provinzen des Maharadja-Reiches scheinen aus dem Kuhha-ye Kuhrúd (Kuhrúd-Gebirge, der nördlichen Fortsetzung des Drachengebirges) Giganten aus alter Zeit erwacht zu sein und in die Niederungen zu marschieren. Einige Dörfer und Städte wurden laut düsteren Geschichten schon dem Erdboden gleichgemacht. Offizielle Beamte des Maharadjas tun die Gerüchte als "Märchen aus den Mündern verwirrter alter Greise" ab und streiten derartige Vorkommnisse rundweg ab. Demzutrotz verkündete der berühmte, aber für Übertreibungen bekannte, Abenteurer Suleiman ahh-Sul'man, er sei selbst im Osten gewesen und die Giganten würden dort "sich versammeln, eine Armee aufstellen. Eine Giganten-Armee, die kein Sohn und keine Tochter Nalandas je erblickt hat. Ich sage euch: Kein Lebender könnte sich ihnen entgegenstellen. Mögen die vielarmigen Götter geben, dass sie nicht vorhaben, gegen unser Reich ins Feld zu ziehen!"

Eisdrachen! - Gerücht verbreitet sich Winter 1./2. Tomeno
Im Jahr der Inthronisierung unseres neuen Kaisers Tomeno scheint des Tennós göttlicher Segen die Tsuyoshi-Provinz nicht zu erreichen:
Eisdrachen wurden überall im Lande der Tsuyoshi gesichtet, die das gebeutelte Land noch weiter ins Unglück stürzen. Und gerade zu dieser Zeit befindet sich ein Heer unter Hamato im Krieg gegen den Toten König auf Hei Seku, so dass nur wenige Beschützer zurückblieben! Mikado Takai scheint dieser neuen Bedrohung allein kaum Herr zu werden. Einige weise Mönche berichten aus seherischen Träumen, dass die Drachen duch den Tod ihrer urtümlichen Mutter, des Hohen Eisdrachen, aufgeschreckt wurden.
Obwohl der Eispfeiler nun weitgehend verwaist sein dürfte, wagt es dennoch nicht ein einziges Schiff, die legendären Schätze des Berges erlangen zu versuchen. Die Jahre des Krieges scheinen den Wagemut der Menschen gedämpft zu haben.

Lobpreiset Tomeno-tennó, neuer Herrscher unseres uralten und mächtigen Reiches! - Frühjahr des dritten Jahres nach Jós Tod
Höret die verkündigten Worte aus Kaiserstadt Chúó:
Drei Jahre nachdem unser göttlicher Tennó Jo in tapferstem Ringen mit den Oni sein Leben ließ, verkünden die obersten Bonzen unseres Reiches in Abstimmung der Häuser Naoki und Shigeru die Krönung unser aller Tennó der neuen Epoche: Lobpreiset die göttliche Pracht des Daichi Tomeno-tennó, lang möge er leben und die Oni mögen ihm allezeit fern bleiben! Gleichzeitig erging die frohe Nachricht, dass zum Tag der Wintersonnenwende die unglückliche Witwe des in die Himmel gegangenen Jo-tennó, Naoki Li-sama, unter den Großen Kami Tomeno-tennó zum Gemahl nahm.
Li-sama und die Mutter des Tomeno-tennó Chó-sama werden bis zur Volljährigkeit des Tennó ihn bei der Führung der Regierungsgeschäfte unterstützen.

Gerüchte von den südlichen Inseln - Frühjahr des dritten Jahres nach Jós Tod
Nicht lange nach der glücklichen Fügung, dass unser Reich endlich einen neuen Kaiser hat, erheben sich schändliche Stimmen aus abtrünnigen Reihen des Hauses Katsumi. Der jüngste Prinz des Hauses Katsumi heiratete Daichi Mizemi-sama und nach dem Recht des Südens sind Frauen den Männern in der Erbfolge gleichgestellt und Mizemi gehöre nach Ansicht der meisten Katsumi auf den Kaiserthron. "Dann sollen sie doch kommen!", soll die Mutter des Kaisers auf solcherlei Ansprüche erwidert haben. "Chuo hat bereits den Verräter Takai zerschmettert - wenn es sein muss, werden wir auch den Süden wieder unterwerfen. Die Armeen der Tempel der Kami des Krieges stehen durch meines Sohnes, des Jo-tennós, Dekret wieder unter Waffen."

Kopfgeld erhöht - Frühjahr des dritten Jahres nach Jós Tod
Wir erlauben daran zu erinnern, dass Chimosei der Zwerg, der Mörder seines eigenen Vaters, des tapferen Shogun Taro, immer noch auf freiem Fuße ist. Der Kaiserpalast erhöht die Belohnung auf 10000 Alraunenstücke sowie Titel und Land eines Hatamoto auf die Ergreifung des Verräters, tot oder lebendig. Jeder, der ihm helfen sollte, wird hingegen eines grausamen Todes sterben und seine Familie soll ohne jede Ausnahme für alle Zeiten Ehre und Anstellung verlieren.

Spieldatum vom 03.07.2011: 1.Sonnentag, Schwarzmond, 3. Jahr der Herrschaft unseres Kaisers Jó

Die Wahl des Obersten Grenzwächters. 2. Mondtag, Zaubermond, 2. Jahr der Herrschaft unseres Kaisers Jó
Der Oberste Grenzwächter der Mauer des Ostens - genannt `Der Alte Bär´ - war zusammen mit vielen guten Männern im Osten gefallen. Lange dauerte es, bis die Kommandanten und Weisen entlang der dreitausend Meilen der Mauer eine neue Wahl des Obersten Grenzwächters durchgeführt hatten. Eine Wahl, bei der die Stimmen der einfachen Männer viel zählte, wenn auch die Stimme jener aus den höheren Rängen stärker zählte; dies nach den uralten Traditionen der Wache. Lange dauerte es auch, bis aus jedem fernen Turm entlang der Mauer die Raben die Stimmzettel brachten: Zur Zählung in Südwacht-an-der-See, da die Schwarze Festung in der Hand des Daichi-Mikados ist. Das Ergebnis lautet: Minoru, der Bastardsohn aus dem Haus Tsuyoshi, wurde gewählt. Er überlebte die Expedition in den Osten, und unter seinem Kommando hielt die Wache die Schwarze Festung gegen die Übermacht der Barbaren und Riesen! Minoru-sama ist damit vermutlich der jüngste Oberste Grenzwächter in der fünfhundertjährigen Geschichte der Mauer. So bahnt sich eine schwierige Situation an, denn Minoru-sama wird noch immer von Mikado Takai gefangen halten.

Schlangenmenschen gefunden. 4. Mondtag, Neuermond, 3. Jahr der Herrschaft unseres Kaisers Jó
Bei der Stadt Shima auf der Insel Hei Seku wurden drei Schlangenmenschen an der Küste angeschwemmt. Ihr Zustand war von der Verwesung her gut, da sie noch am Strand in einer nur langsam tauenden Eisscholle gefangen waren. Ein Heiler stellte zerschmetterte Gliedmaßen und eine beträchtliche Zahl gebrochener Knochen bei zweien der drei fest - als wenn sie aus großer Höhe gefallen wären (und ihre Art besäße durchaus robuste Knochen).
Dies erregte einige Aufmerksamkeit, da Schlangenmenschen sich nur selten in menschliche Nähe begeben und Händler aus Enringami berichteten, dass dort drei Individuen des Gezüchts eine Expedition in den Inneren Ozean vorbereitet hatten. Diese muss man wohl nun als gescheitert betrachten, auch wenn nicht wenige zauberkräftige Amulette, Geflecht- und Gebetsschriftrollen bei den Eingefrorenen gefunden wurden - ob sie diese jedoch im Verlauf der Reise fanden oder vielmehr zum Schutze mit sich führten, verbleibt ungewiss. Ferner gibt es keinerlei Spur von Schiff und Mannschaft, die die Schlangenmenschen für ihre waghalsige Reise heuerten.

Außergewöhnlicher Fund veröffentlicht. 4. Reichstag, Weißmond, Jahr nach der Ermordung unseres heiligen Kaisers Jó
Maro-Utsukai der Zauberer vom Großen Tempel der Isuryu des Hauses Megumi auf der Insel Hei Seku lässt allgemein bekanntgeben, dass ein außergewöhnlicher Fund gelungen ist: Eine Expeditionsgruppe des Tempels der Isuryu hat in der Bibliothek eines verlassenen Daikoku-Tempels einen Folianten namens 'Ablach-Dor'
sicherstellen können. Dies ist eine erhaltene Abschrift des tausendjährigen Übersetzungswerkes der Sprache Ablach-Dors des sagenumwobenen Verfassers Korelkin.
Die heldenhaften Expeditionsteilnehmer waren durch hoch gefährliche, aber erfolgreiche Kundschafterdienste nahe und in der Verbotenen Stadt bekannt geworden und wurden dann vom Tempel der Isuryu in Dienst genommen. Auf ihrer Expedition mussten sie sich nahe der unwirtlichen Tempelruinen in den nördlichen Bergen nicht wenigen wahrlich schrecklicher Kyúketsu Dóbutsu (Yokai-Zecken) und sogar hungriger Irrhalken erwehren! Es wird erwartet, dass das Studium von Ablach-Dor einen Ansatz zur Entschlüsselung der Deastash-Runen liefern könnte. Kopien des Werkes können von ehrenhaften Schülern und Gelehrten gegen eine Gebühr im Tempel der Isuryu eingesehen werden. Trotz der schwierigen Zeiten sollen sich bereits zahlreiche Gelehrte auf einer Fahrt zum Großen Tempel des Kami der Weisheit befinden.

Zauberschule der Onmyòji zu Enringami verkündet, undatiert
Hochverehrte Schüler und Kollegen, lange Tage und angenehme Nächte!
Mit Besorgnis hat der ehrenwerte Rat der Zauberer und Meisterexorzisten unserer Schule die Feststellung diskutiert, dass die Kenntnis von essentiellen Geflechten in der Gemeinschaft der Magier schwindet. Insbesondere die Kenntnis mancher einfachen Geflechte und solcher zum Tätowieren, die den Schülern beizubringen wären, geht immer mehr zurück. Ein Grund könnte sein, dass ein beträchtlicher Teil unserer Lehrmeister sich ständig auf Expeditionen nach exotischen Artefakten oder Geflechten befindet, ein anderer jedoch studiert hauptsächlich völlig spezialisierte oder unzugängliche, uralte, in seltsamen Sprachen geschriebene oder hochkomplizierte Werke. Die so gewonnenen Erkenntnisse sind oft zu schwierig oder aber zu brisant, um sich schnell unter mehreren Magiern zu verbreiten - gleichzeitig schwindet unser breites Wissen über die traditionellen Geflechte, was wir nun nicht länger tatenlos hinnehmen wollen.
Daher ergeht folgendes Dekret, das mit einer Mehrheit von mindestens 38/71 im Rat der Zauberer geändert oder aufgelöst werden kann:
An der Zauberschule zu Enringami werden jedem Magier nur Geflechte eines höheren Ranges zugänglich gemacht, wenn alle als Grundkanon angenommenen Geflechte mindestens mit derselben Kunstfertigkeit beherrscht werden. Natürlich gilt weiterhin, dass man den entsprechenden Rang auch bekleiden muss. Es genügt also, nur ein sehr grundlegendes Wissen in den geforderten Geflechten aufzuweisen, wenn ein Magier an der Schule nur die grundlegende Funktionsweise von Geflechten eines höheren Ranges erfahren möchte. Da wir kein Klima der Überwachung etablieren möchten, erfolgen nur sporadische Prüfungen der Einhaltung unseres Dekrets. Dafür wird die Strafe bei Verstoßen höher sein als üblich - vom Rat der Zauberer im Einzelfall festzulegen. Der Angeklagte verliert ggf. seine Stimme(n) im Rat einzig für die Angelegenheit seiner eigenen Verurteilung. Man kann sich von der Verpflichtung, die Standardgeflechte beherrschen zu müssen, für das Erlernen eines bestimmten Geflechtes freikaufen mit 5 Alraunenstücken pro nicht beherrschtem Geflecht, das eigentlich Voraussetzung wäre.
(Es folgt eine Aufzählung für jede Runenart)
...
Deterran:
Lehrling: Rettende Hände, Schwindende Schwere, Clipeus Magicus
Geselle: Fulminis Ictus, Levitas, Caelum Mutare, Schweben, Forma Bestia: Taube & Fliegenfluch, Sprenggeflecht (das Letztere wurde als absolut obligatorisch festgelegt; Freikaufen nicht möglich)
Hexer: Plaga Venti, Verschwundene Dinge, Porta Aeria, Excitatio Avibus, Das Geflecht des Unsichtbaren, Forma Bestia: Falke/Eule, Falkenfluch/Eulenfluch
Hexenmeister: Das Geflecht des Fliegens, Forma Bestia: Fliege, Taubenfluch
Dann wird zugänglich gemacht per Lehrmeister: Das Geflecht des Vertrauten (Hexenmeister-Stufe); weitere per Bibliothek

Und mögen die Oni euch allezeit fernbleiben!

Exkurs: Abstimmungen an der Onmyouji-Schule zu Enringami. Jeder Zauberer und Exorzist im Rang eines Zauberers oder höhere Magier hat im Rat der Zauberer eine Stimme in Fragen der Lehre, aber variables Stimmengewicht in allen anderen Fragen: Besonders verdiente Zauberer und Meisterexorzisten erhalten von ihrem Meister doppeltes Stimmgewicht, es dürfen aber nicht mehr als drei Personen in jedem Runenhaus erhoben werden. Meister einer Runenart erhalten vier Stimmen und der Großmeister der Schule zehn Stimmen. Vom Rat der Meister (der ebenso beliebig oft tagt, aber im Gegensatz zum großen Rat keine Entscheidungen treffen kann) als besonders wichtig klassifizierte Abstimmungsfragen müssen mindestens einen Monat lang angekündigt werden. Nicht zur Abstimmung erscheinende Magier erhalten keine Stimme, außer sie können nachweisen, dass sie aus politischen Gründen mutwillig am Erscheinen gehindert wurden. In diesem Fall muss die Abstimmung wiederholt werden.