Die Helden des Nordens




Derer Viere waren es, die von Oldenstadt loszogen:

In Kamahan zurückblieben: Der Adlige Drennjar el Oldenstadt ai'Thaior ben Gedrejn al Muktar

Verbleib ungewiss: Die Bogenschützin Shenjah "bel-Drejso" el Oldenstadt saba Kerah ai'Noredtsen

Verstorben: Der Alchimist Njormar el Oldenstadt ben Achalakh al'chemmar ai'Noredtsen

Verbleib ungewiss: Der Hexer Tesdren el Olden'skol ben Sickmar ai'Noredtsen


Hinzu kamen in Kamahan:

Seinen eigenen Wegen gefolgt: Arwani-Krieger Liskar

Verbleib ungewiss: Händler Mukinar


Hinzu kamen in Esh'del'brae:

Verbleib ungewiss: Hexer Behrwen

Verbleib ungewiss: Arwani-Krieger Pettra



Was bislang geschah, eine Zusammenfassung


aus den Tagebucheinträgen von Tesdren


Die Abenteurer-Gruppe kommt aus Oldenstadt, der Hauptstadt des Oldenreichs, welches sich auf dem derischenKontinent Riesland befindet. In jüngster Vergangenheit haben dort zwielichte Gestalten für erhebliche Unruhegesorgt, die sogar als Vorbereitung von Kriegshandlungen angenommen wurden. [...] Die Gruppe verfolgt 2-4 Verdächtige nach Nordosten Richtung Karmahan im Zeitraum vom Ende des Weißmonds ab, das heisst im tiefsten Winter. Die Verfolgten stehen im Verdacht im böswilligen Auftrag eines Bundes mit dem Namen „Schwarze Rose“ agitiert zu haben. Die bisherigen Reisebegegnungen umfassen einen Drachen, mehrere Goblins, sowie auch Wildschweine zum Geburtstag. Letztere haben die Gruppe, insbesondere Njormar übel zugerichtet. Zuflucht fand man in einer Jägerhütte. (Bei einem fahrenden Trödler hat Tesdren zwei Fackeln erworben.) Die Gefährten erreichten die Stadt Zor, welche den Beginn des Seenlands in dessen Süden markiert. Dort verhandelte man mit dem Hexer Abradius aus der Familie Astor (ebenfalls aus der Olden’skol, wahrer Name: Ien(Ian?) Padre) darüber, zu welchem Preis, er seine Prophetie-Gabe einsetzen wolle, um die gesuchten Personen zu orten. Da keine Einigkeit erzielt wurde, setzte die Gemeinschaft den Weg fort, und fand sich am Abend des nächsten Tages unversehens am Ziel als sich herausstellte, dass eine ältere Frau, die sie freundlich um Hilfe gebeten hatte, von eben jenem Gesindel drangsaliert wurde. Besser gesagt ihr Mann, um dessen Leben nun gekämpft werden muss.

Eintrag vom dritten Sonnentag des Neuermonds
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Der Mann ist im Haus an einen Stuhl gefesslt. Die Verdächtigen sind auf den See hinausgerudert. Der Fischer berichtet, dass einer der beiden ein Grauhaariger sei, der schon eine Stunde Vosprung habe. Er warnt uns vor den Kappas, Fischmenschen, die im Yorasee leben und auch Menschen verspeisen. Drennjar und Shenja stellen denjenigen der zuletzt aufgebrochen war mitten in der Nacht auf dem See. Shenjas Pfeil hat ihn so schwer verletzt, so dass seine Befragung immer wieder unterbrochen werden muss. Die Fischer Edwin und Edwine danken uns, indem sie ein Abendessen spendieren, als Spezialität werden Kappa-Pfoten dargereicht. Am nächsten Morgen wird das Verhör von Drennjar beendet mit den Worten „Der Pfad der Rechtschaffenheit führt oft an der Dunkelheit vorbei. Wir müssen achtgeben, dass wir nicht zu dem werden, was wir verfolgen“. Wir konnten in Erfahrung bringen, dass der nunmehr Geheilte Ondre heisst und zusammen mit dem Gelehrten Orodre hierher reiste. Beide sind im Schwertkampf geschult. Vor 2 1/2 Wochen sind sie aus Karmahan aufgebrochen. Eine ihrer Stationen war Zor. Ihr jetziger Auftrag war die Beschaffung genannter Schwarzer Orchidee. Wir machten uns auf den Weg, den grauhaarigen Gelehrten aufzuspüren und wurden letztlich fündig, eine Viertelstunde vom anderen Ende des Sees entfernt. Dort machte sich der Ruchlose gerade an einer Steinsäule zu schaffen. Mit Waffengewalt brachten wir ihn von seiner Tat ab und erschlugen ihn, bevor er die Orchidee verbrennen konnte. Was dieser Vorgang zu bedeuten hat, wissen wir noch nicht. An der Steinsäule ist eine Opferschale angebracht und weiter oben befindet sich ein Vogelkopf. Offenbar wurde die Säule auf einem umgestürzten Monolithen errrichtet. Die Durchsuchung der Habseligkeiten des Gelehrten förderte einen silbernen Ring mit der Aufschrift „YM“, etliche Kräuter, einen Bergkristall sowie ein gekrümmtes Kurzschwert zutage. Wir nehmen diese Gegenstände als Beweismittel mit.

Eintrag vom dritten Wassertag des Neuermonds

Die Reise durch das Seenland hätte kaum schlimmer sein können. Eine Nachtverbrachten wir frierend unterfreiem Himmel. Holz gibt es nur sehr selten. Die wenigen Hütten, die wir vorfinden sind alle verlassen und wie leergefegt. In einer müssen wir Teile des Daches als Feuerholz benutzen. Bei Dagda, welche ein unwirtlicher Landstrich! Fische sind unsere karge Mahlzeit. Es wird Zeit das wir in andere Gegenden kommen. Es ist nun schon der vierte Tag in dieser Einöde.

Eintrag vom dritten Gnostag des Neuermonds

Leonhardts Turm, den wir schon von weitem erkennen, kann nur Gutes verheissen. Bevor dorthin gelangen, kommt uns der Wirt des Gasthauses [Name: Shoma von Karmahan?] entgegen. Wir werden gut verköstigt und die Unterkünft lassen die Erinnerung an das Seenland schon ein wenig verblassen. Die Preise sind gesalzen, aber wenigstens bekommt man auch etwas für seine Hornperlen.

Eintrag vom dritten Oldtag des Neuermonds

Frisch gestärkt verlassen wir Leonhardts Turm. Wir nehmen die Fähre über den Fluss und unsere Füsse tragen uns auf der Strasse gen Osten nach Karmahan.

Eintrag vom vierten Sonnentag des Neuermonds

Wir sind Karmahan angekommen und haben bereits Quartier bezogen. Der Herbergsvater Ifraim von Karmahan hat uns die Taverne zum wilden Eber drei Häuser die Strasse entlang empfohlen. Nach einem guten Essen, ruhen wir die erste Nacht in Karmahan. Die Karmahaner sind ein verschlosserne Menschenschlag. Selten sieht man jemanden auf der Strasse. Die Geschäfte werden im Haus abgewickelt. Unfreundlich sind sie aber nicht. Es sind eben nur keine Oldenstädter.

Eintrag vom Feiertag des Nebelmonds [08.11.2005]

Die Spuren wieder aufzunehmen, gestaltet sich als nahezu unmöglich. Ich kaufe ein Periodikum, um in den karmahanischen Neuigkeiten irgendwelche Anhaltspunkte zu finden. Da wir inzwischen knapp an Hornperlen sind, wenden wir uns an die Redaktion des Periodikums und verhökern unsere Informationen über die jüngsten Geschehnisse in Oldenstadt, von den Karmahanern auch „Südstadt“ genannt. Am späten Vormittag trennen wir uns. Njormar besucht die Alchimistengilde, in der er einige Zeit mitarbeiten möchte, wie er uns abends wissen lässt. Shenja verkauft Periodika, die wir als zusätzliches Honorar erhalten haben und Drennjar sucht den Rat der Stadt auf, um in den oldenstädtischen Angelegenheiten vorstellig zu werden, was aber nicht auf Anhieb gelingt. Ich meinerseits treffe auf einen Historiker auf einem der größeren Plätze. Sein Name ist Ogdorius (Historische Universität West-Tor Mauergasse, 12). Ich werde ihm später einen Besuch abstatten. Zunächst zieht die Zauberschule meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich erfahre dort zu meinem Bedauern, dass es nur einen Zauberer des Dai-Ron in Karmahan gibt. Strumpelfuß heisst er und wohnt gleich um die Ecke. Die Säule im Seenland verlangt meine eingehende Untersuchung und so begebe ich mich in die Bibliothek. Nach längerer Suche werde ich fündig: Die Säule wurde von Meister Leonhard höchstsselbst gebraucht. Die Säulen stammen von den Deastash und er hat nachträglich Deterran-Runen angebracht, um in den Zeiten der Dunklen Wolken mit den Zauberern in Oldenstadt sprechen zu können. Als ich daraufhin nach jemandem frage, der sich in der Kunst des Deterran auskennt, verweist man mich an Magister Airos. Die Unterhaltung mit ihm ist sehr aufschlussreich. Da ich ihm vertraue, berichte ich ihm auch von den Machenschaften derjenigen, die wir bis
hierher verfolgt haben. Er sichert mir seine Unterstützung zu.

Inhalt des Periodikums vom zweiten Sonnentag des Weißmonds
Der Titel lautet: Krieg im Siebenburgental? Die Frage wird aufgeworfen im Zusammenhang damit, dass Burg Donnerfels innerhalb der letzten 2 Monde das 3-5 Fache der sonst üblichen menge an Lebensmitteln bezogen hat. Der Burggraf hält sich indes bedeckt. Da die Burg als Zwischenhandelsposten auch der übrigen Burgen nach Karmahan fungiert, lassen sich noch keine Rückschlüssen ziehen. Ein weiterer Artikel über die Abstimmung, die Grenzwacht an der Klippe zu verstärken. Nebenbei wird ein weitere Weg nach der Kluft der Einsamkeit und dem Siebenburgental als Zugang zu den Nordlanden erwähnt. Ein steiler Weg bei Kielwasser im Osten, der in ein Königreich führt, das aber den Weg sehr gut bewacht. Es heisst sie hätten die Helden durchgelassen, damit diese die Pforten beschützen konnten.

Eintrag vom [15.11.2005]

Shenja und ich haben die Stadtwache aufgesucht und herausgefunden, dass ein Buchhändler namens Muragunius in der Nähe des Südtors Leute beobachtet. Nach einem erfreulichen Gespräch mit dem Neugierigen ergab sich, dass in einer von seinem Laden aus sichtbaren Seitenstrasse Menschen mit einem Ring aus- und eingehen, der dem Ring mit der Gravur ’YM’ ähnlich sieht. Wir sollten dort einmal vorbeischauen. Ausserdem konnte Shenja, unseren gemeinsamen Schmuck nicht verkaufen.
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Eintrag vom [22.11.2005]

Die anderen haben den Tag vergeudet, aber immerhin herausgefunden, dass der Zirkel tatsächlich Sitzungen abhält.Offenbar schirmen sie sich auf magischem Weg gegen Abhörungen ab. Ich habe derweil an der Zauberschule eine gewöhnliche Rune neu erlernt.

Eintrag vom zweiten Sonnentag des Neuermonds [28.11.2005]

Wir vermuten, dass die Abhörgegenmaßnahme ein Rotes Auge zum Wiedergeben von Ton und Bild ist, dass immer wieder dieselbe Kneipenszene vorgibt. Das Rote Auge ist ein seltens Artefakt, welches den Deastash zugeschrieben wird. Es wird nicht hergestellt, sondern es wird in Ruinen gefunden. Heute empfahl uns Ifraim der Herbergsvater, das Theater zu besuchen. Dort wird das Stück „Die Bücher des Old “ gespielt. Ein Stück, das in Oldenstadt spielt, aber mit meinen Erfahrungen wenig gemein hat. Die Karmahaner haben eben nur Buchwissen von Oldenstadt; bilden sich aber ein, umfassend gebildet zu sein. Jedenfalls haben wir nach dem Theater zwei ältere Leute verfolgt und belauscht, die offenbar dem Bund der Schwarzen Rose angehören. Drennjar war am Morgen im Staatsarchiv und hat vom Staatssekretär erfahren, dass einige Häuser in der Strasse demselben Mann gehören und somit auch dem Bund.
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Eintrag vom [05.12.2005]

Ich war an der Zauberschule. Die anderen haben die Gebäude, in dem sich der Literatenkreis aufhält, auskundschaftet und dabei entdeckt, dass dort eine Lieferung vonstatten ging. Das Fuhrunternehmen heisst „Koppler“ und befindet sich ausserhalb der Stadt.

Eintrag vom dritten Mondtag des Neuermonds[16.12.2005]

Weitere Nachforschungen im Staatsarchiv verliefen zunächst erfolglos. Wir müssen trifftigere Gründe vorbringen. War heute an der Zauberschule und habe begonnen die Wirkrune zu erlernen. Das Mittagessen im „Wilden Eber“ war nett. Shenja und Njormar haben Mukinar eingeladen, einen Händler aus Oldenstadt. Alle waren verschwiegen, aber bis zum Abend war die Sache dann doch klar. Der Herr ist eingeweiht und hat uns bereits geholfen einen Weg in die Katakomben zu finden. Das Ersuchen bei einem Buchhändler war allerdings weniger erfolgreich als erhofft. War bei Ogdorius. Njormar hat dort 3 Karten der Katakomben erworben. / Ich muss unbedingt noch Pferdehaut für neue Pergamente erwerben.

Eintrag vom [19.12.2005]

Njormar und Shenja haben eine Möglichkeit gefunden, bei einem Wirtshaus in die Katakomben zu steigen. Herr Puriosus der Wirt „Zum zartbeseiteten Buche“ hat uns Zugang gewährt. Mit Laterne und Südweiser ausgestattet haben Shenja und ich einen Weg bis zum Unterschlupf der Ruchlosen gefunden. Njormar war zu feige und hat uns ihn Verruf gebracht. Der Weg war alles andere als angenehm. An einer Stelle hätte ich mir fast den Hals gebrochen, als eine morsche Decke unter mir einkrachte. Shenja hat uns das Leben gerettet. Über all liegen Bücher herum, aber es ist einfach zu gefährlich längere Zeit dort zu verbringen. Vielleicht können wir später nochmal eine Expedition starten. Für jetzt ist uns genug den Durchgang zu dem Haus zu kennen. Dagda unter uns.
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Eintrag vom [09.01.2006]

Heute wollten wir nochmals in die Katakomben steigen. Die Sache missglückte als ein junger Arwani, der offenbar verwirrt ist uns angriff. Shenja und Njormar wurden arg verletzt, konnten ihn aber bewusstlos schlagen. Ich habe dem Kerl seine Waffe abgenommen, damit kein weiterer Schaden entsteht. Für sein Tun hat ihn Kalyptra bestraft. Im Tempel wird er Heilung und vielleicht auch die Klärung der Gedanken erfahren. Dagda mit uns.

Im Lande Kamahan


Der junge Arwani entpuppte sich als heißsporniger, aber nützlicher Gefährte und schloss sich uns trotz eines gewissen Misstrauens insbesondere meinerseits an. Seine Gefolgschaft sollte aber nicht lange anhalten...
Es gelang uns jedenfalls, unter Einsatz unseres Lebens, einige Dokumente sicherzustellen. Allerdings verfolgten uns Schergen des Zirkels von Yong-Mur inklusive einer Kreatur aus der Domäne des Chaos, die wir nur durch Gebrauch fast aller unserer magischen Mittel knapp vernichten konnten. Zusätzlich wurden der Arwani und Mukinar vom Zirkel gefangen genommen. Wir konnten jedoch trotz offensichtlicher Infiltration letztlich die Stadtgarde mobilisieren und mit einem Großaufgebot das Versteck des Zirkels ausheben und die beiden befreien. Leider entkamen uns die höchsten Kultisten und ein wichtiger Gefangener erhängte sich kurz darauf in einer eigentlich bestens gesicherten Zelle. So konnten wir zwar beweisen, dass der Zirkel verbotene Magie angewandt hat, es bleibt jedoch dennoch unklar, ob er dem Dunklen Gott verpflichtet war - zumal in einem Wortwechsel der Oberste des Zirkels uns zu überzeugen suchte, er sei in Wirklichkeit auf der Seite der Großen Mutter. Die Überlebenden des Zirkels sollen ins Siebenburgental entflohen sein.
Wir jedoch bekamen einen hochsensiblen und geheimen Auftrag vom großen Dagdatempel in der Nordstadt, wie wir Oldenstädter Kamahan nennen. Es ging darum, ein sinistres Buch nicht in die Hände der Anhänger des Dunklen Gottes fallen zu lassen. So reisten wir wochenlang gen Osten, bis wir zur Grenzfeste kamen, dem äußersten Rand des Reiches der Nordstadt. Dort erwartete uns noch ein ganz anderes Problem: Wir brauchten die Unterstützung eines Hexers, denn unser Weg sollte weiter über die schwer ersteigbaren Klippen von Samnar hinauf ins Land Esh'del'brae führen. Dieser wollte als Gegenleistung die Träne einer Statue, die wir im Laufe eines kaum glaublichen Abenteuers als verzauberten Prinzen entlarvten und unter einiger Mühe von einem uralten Fluch befreiten - dabei stellte sich uns ein machtgieriger Alchimist und eine wiedererwachte Zwillingsschwester (nämlich der Braut des Prinzen) mit ihrem Gefolge, steinernen Gargylen, entgegen. Im Übrigen erfolglos, wie ich mit Stolz bemerken muss.
Aus mir schwer nachvollziehbaren Gründen verließ uns vor der Ersteigung der Klippen der kriegerische Arwani, um allein in den wilden Osten weiterzuziehen. Ich bezweifle, dass wir ihn je wiedersehen werden.

Esh'del'brae


Nach unserem erfolgreichen Abenteuer in der Grenzfeste versuchten wir uns an der gefährlichen Besteigung der Klippen von Samnar. Drei ganze Tage dauerte unsere Kletterei über den 'Pfad von Esh', und wir begegneten Bergspinnen und Irrhalken. Und wir fanden die Höhle des Weißen Drachen, den wir schon einmal in der Gegend des Rotwaldes über uns hinwegfliegen sahen. Er rettete uns vor dem Angriff einer wütenden Irrhalkenmutter. Weiter oben, jenseits der Schneegrenze, kamen wir in den Wald der Eisenwurzelbäume, die senkrecht zur Klippe in die Luft hinauswachsen. Dort überredeten wir einen sprechenden Baum, uns den Durchgang zu gewähren, und Shenja schoss einen greulichen Warzenwicht zurück in die Arme der Großen Mutter. Harmloser waren die Wurzelgnome, die in der Felswand zwischen den Bäumen leben.
Die Wache am Höhepunkt der Klippe des Landes Esh'del'brae ward von Irrhalken getötet vorgefunden. Wir wussten nicht, ob wir uns darüber freuen sollten, zumal wir keine Legitimation ausgehändigt bekommen hatten, ins Land einreisen zu dürfen. Wir übernachteten im verlassenen Blockhaus der Wache. Nach einem kleinen Abstecher in den Weiler Westgrenz, in dem wir die etwas eigenwilligen Bewohner Esh'del'braes schon ein wenig kennen lernten, wählten wir die andere Richtung gen Zwingbur, der Hauptstadt des Königreiches.
Nach anderthalb Tagesmärschen (fünf Stunden hinter dem Pfad) kamen wir nach Tattergras.
Abgesehen davon, dass man uns warnte, uns ohne Zeichen des Matriarchen im Land des Königs aufzuhalten, wurden wir freundlich empfangen. Schnell fanden wir heraus, dass das Dorf Tattergras von Werwölfen geplagt wurde und dass elf Kinder von hier verschollen seien. Schuld daran habe möglicherweise die seltsame Kräuterfrau, die einmal Beraterin des Königs gewesen sei. Jetzt sei sie jedoch ziemlich wunderlich geworden.
Es dauerte nicht lange, bis wir ihre Bekanntschaft machten. Sie war uns in der Tat nicht ganz geheuer. So beschloss Njormar, im Zuge alchimistischer Hilfestellung die Alte bis zu deren Hütte zu begleiten. Shenja, Mukinar und ich sollten ihm dabei Rückendeckung geben.
Er bezahlte seinen Mut mit dem Leben. Die Hexe rief einen Werwolf und sein Wolfsgefolge herbei. Beinahe hätte Njormar sie noch daran gehindert. Wir anderen kamen zu spät, aber hätten es mit der Meute vielleicht gar nicht aufnehmen können.
Als ich den zerfetzten Leib Njormars sah, wusste ich: Etwas musste sich verändern! Njormars Tod hatte mich im Innersten getroffen. Ich sorgte für seine angemessene Bestattung, wiewohl Mukinar reichlich respektlos auf baldigen Aufbruch drängte. Ihn schien der Tod meines Gefährten und Verwandten kaum zu belasten. Es blieb mir kaum eine andere Konsequenz: Meine Trauer und meine Wut über Mukinar zwangen mich, meinen einstweiligen Rückzug aus unserer Abenteurergruppe kund zu tun. Ich bat Shenja, die Bekämpfung der gefährlichen Hexe dem König diesen Landes zu überlassen.
Doch die beiden wollten Rache, zumal wir - zugegeben - bereits ein paar negative Gerüchte über den Landesherren aufgeschnappt hatten. Und so brachen sie am nächsten Morgen in Richtung Hexenhütte auf - allein...
Nachdem sie durch die mörderischen Dornenwälder im Osten des Hexenhauses einen alten Durchgang gefunden hatten und sich unter schwierigen Bedingung gegen einige Wölfe durchgesetzt hatten, machten Mukinar und Shenja eine grausige Entdeckung: Die Kinder waren bereits gestorben. Geopfert in einem grausigen Ritual, das der dem Dunklen Gott verfallenen Alte den Zugang zu einer alten Deastash-Ruine gewähren sollte, die mit dem Hauch Samnars gegen Eindringlinge geschützt war. Dank der hervorragenden Ausbildung Shenjas gelang es aber, die Hexe über einem Dornengestrüpp abzuschießen. Wir konnten ihren Tod später verifizieren. Ihre Pläne waren gescheitert, doch welch hoher Preis für diesen Wahnsinn bezahlt wurde!
Ich brauchte gut eine Woche, um geistig zu sammeln, meine Erlebnisse zu verarbeiten und um Njormar angemessen zu betrauern. Shenja und Mukinar waren praktisch sofort gen Zwingbur, der Hauptstadt des Landes Esh'del'brae aufgebrochen, und nach besagter Zeit entschloss ich mich, ihnen zu folgen. Schließlich hatten wir unseren Auftrag zur Beschaffung des gefährlichen Buches von der Kirche der Großen Mutter selbst erhalten.
In Zwingbur angekommen, musste ich erfahren, dass dort schon einiges vorgefallen war: Mukinar und Shenja hatten nicht nur einen (unerfahrenen) Aterran-Hexer namens Berwen als Freund gewonnen, sondern gleich dem König des Landes bei einem Überfall das Leben gerettet. Doch dieser erwies sich als weniger dankbar als gedacht: Statt uns einfach die Besichtigung seiner heiligen Bibliothek zum Geschenk zu machen, beauftragte er uns damit, die Hintergründe jenes Attentats aufzudenken. Er dachte dabei an einen bestimmten seiner Ritter, der auch die Gruft seiner Vorfahren besudelt haben soll. Der König misstraute seinem Vasallen wegen eines Streits der beiden über die Betretungsrechte jener Deastash-Ruine, die wir im Zusammenhang mit der Hexe schon kannten. (Und das, wobwohl keiner der Beiden den Fluch auf der Ruine brechen und sie daher auch nicht betreten konnte)
Unsere Nachforschungen ergaben hingegen, dass auf dem Waldfriedhof, wo jenes Verbrechen stattgefunden hatte, Spuren der Anwendung von Oschto-Thor- respektive Aterran-Zauberei zu finden waren: Genauer Spuren beschworener Wölfe, die ganz eindeutig aus dem Nichts erschienen, als ihre Zeit gekommen war.
Es musste also mindestens noch ein dem König übel gesonnener Hexer mit von der Partie sein. Außerdem erfuhren wir, dass in einem Weiler zwei Stunden vor Zwingbur sechs Zuchtbullen des Königs verschwunden waren. Deren verstümmelte Kadaver tauchten über das gesamte Land verstreut wieder auf, wobei wir viele erst persönlich gefunden hatten. Desweiteren offenbarte uns ein seltsamer alter Mann aus jenem Weiler, es liege ein schrecklicher Fluch auf der Königsfamilie, seit der König dunkle Magie von einer bösen Fee erlernt haben soll. Dieser Fluch verwandele jeden weiblichen Nachkommen des König ab einem gewissen Alter zu Stein. Was für eine seltsame Verbindung wohl zwischen diesen Vorfällen steckt?
Auf der Suche nach weiteren Tierkadavern und Spuren entdeckten wir im Umland der Stadt inen mysteriösen Steinkreis auf einem durch Gestrüpp und Krüppelkiefern gedeckten Hügel. Auf dem Weg zu ihm wurden wir von Wölfen angegriffen. Mein erster Gedanke war, dass wir genau ihre Spuren vielleicht auf dem Waldfriedhof entdeckt hatten, dass auch sie magisch herbeigerufen wurden. Wir waren der Lösung der Rätsel dicht auf den Versen! Dann griffen sie an...